Diese Meldung ist absolut nicht aktuell. Die BVG hat schon Ende 2005 einen saftigen Relaunch hingelegt. Mir ist das gar nicht aufgefallen, obwohl ich ein passionierter Anhänger der öffentlichen Verkehrsmittel bin und früher auch die Onlineauskunft der BVG genutzt habe. Die Gründe, warum mir der Relaunch entgangen ist, liegen auf der Hand.
- Die Seite war oft nicht erreichbar
- aktuelle Fahrplanänderungen aufgrund von Bauarbeiten nur unzureichend deklariert
- Vom damaligen Look and Feel bekam ich regelmäßig Herzklopfen, Schweißausbrüche und fürchte noch heute das ich als Spätfolge Augenkrebs erleide
Das alles hat mich zur Alternative S-Bahn getrieben. Erst gestern bin ich nach langer Zeit wieder auf die Seite der BVG gestoßen und war verwundert. Ein ruhiges, fast angenehmes Klima wehte mir entgegen, ich wurde nicht sofort gelb verstrahlt, obwohl die Farbe sich durch das Layout zieht. Alles ist am richtigen Ort, das Auge rastert schnell die wichtigsten Funktionen der Seite. Standardmäßig warf ich ein Blick auf meine Firefoxextension HTML VALIDATOR, und der nickt die Seite also sauberprogrammiert ab. Ein Erlebnis das ich gerade bei großen Webauftritten selten genießen kann. Einzig der W3C Markup Validation Service meckert und spuckt einen Fehler aus. Ein tieferer Blick auf den Quelltext offenbart, dass Tabellen dort eingesetzt werden, wo es gilt tabellarischen Inhalt aufzubereiten, dass die CSS-Selektoren zumindest eine interpretierbare Bezeichnung besitzen, dass h(X) Tags sinnvoll eingesetzt werden.
Umgesetzt hat diesen runden Auftritt eine berliner Agentur namens exozet interact, und damit dem weitverbreiteten Vorurteil, große Agenturen würden nur halbfertige Produkte abliefern und dem aktuellen Stand der Technik nicht gerecht werden, ein schönes Gegenbeispiel gesetzt.
Das aber noch einiges im Argen liegt und so proffessionelle Arbeit eher selten abgeliefert wird, kann hier nachgehört werden. Der Relaunch der Süddeutschen Zeitung gibt kein gutes Bild ab, das konnten andere schon 2005 besser. Dabei sitzen die doch im gepriesenen Hightechstandort München?