Ein neuer Texteditor für Windows: E-TextEditor. Editoren sind eine Glaubensfrage, schlussendlich kommt es darauf an, wie effektiv einem die Arbeit von der Hand geht und das wiederum ist stark abhängig von den eigenen Gewohnheiten. Für jeden Aufgabenbereich gibt es eine Fülle von Enwicklungsumgebungen, so dass viele Webentwickler, und gerade die Generalisten unter ihnen, sich nicht auf einen Editor festlegen. So wird für die PHP-Programmierung gerne mal Zend Studio hergenommen, während für HTML, CSS und Javasript ein Programm wie Textmate populär ist.
Wie kam’s?
Wobei Textmate einen phänomenalen Aufstieg in der Gunst der programmierenden Welt erlebt hat. Was Textmate auszeichnet, ist die sehr konsistente Konzeption und dass die eigentliche Kernaufgabe – das Editieren von Text – ganz vorn steht. Manch einer geht sogar soweit, zu behaupten, Textmate hätte das Programmieren auf Macs überhaupt erst salonfähig gemacht. Da ich mich mal nach was Neuen umschauen wollte, und da mir der Weberknecht etwas in die Jahre gekommen zu sein schien, hätte ich mir das allseits gepriesene Textmate mal gerne näher angesehen.
Die Krux dabei ist, dass Textmate nur für Apple-Betriebssysteme verfügbar ist. Doch neulich stolperte ich über das Projekt E-TextEditor mit dem schmissigen Untertitel The Power of Texmate on Windows. Da eine voll funktionsfähige 30 Tage Testversion zum Download angeboten wurde, wollte ich die Gelegenheit nutzen und mir das noch Betastatus tragende Teil ansehen.
Erster Eindruck
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Der erste Eindruck nach dem Öffnen ist nicht gerade überwältigend. Ein Fenster mit einer Menüleiste oben, die gerade mal sieben Punkte umfasst und auf der linken Seite die Reihennummerierung. Aber nun gut, ich war fest entschlossen den Mythos von Textmate auf den Grund zu gehen und Zeit in die Bedienung zu investieren.
Funktionsumfang und Workflow
Zu Beginn haben mich die Command & Snippets interessiert. Diese sind mit strg+alt+T zu erreichen. Nehmen wir als ganz simples Beispiel den HTML-Kommentar. Ich vermute mal das Snippet ist unter Comment abgelegt, also tippe ich in den Select Bundle Item Dialog die ersten Buchstaben ein – die Livesuche beginnt sofort mit dem Selektieren und bietet eine paar Snippets an, dahinter wird auch gleich der Tastaturbefehl eingeblendet. Auswählen und Return drücken und siehe da, die Zeile ist ein wunderhübscher Kommentar geworden. Imponieren tut das noch nicht, allein nach wenigen Tagen habe ich soviel Tastenkürzel drauf, das Texte in HTML editieren schneller geht als jemals zuvor. So kann ein closing Tag mit str+win+. hergestellt werden, oder man gibt ein Tag ein und drückt anschließend Tab, worauf ein vollständiges Tag erstellt wird, das nur darauf wartet, gefüllt zu werden. Wunderbar auch, dass sich der E-TextEditor fast vollständig mit Tastatur bedienen lässt. Ich packe mir den Opera-Browser auf den einen Monitor mit 5 Sekunden Wiederholungsrate und E-TextEditor auf den anderen, und meine Maus hat für lange Zeit Pause. Kurz gesagt, es rockt.
Dagegen wie geht E-TextEditor mit anderen Sprachen um? Vorbildlich unterstützt wird eigentlich alles Gängige, Javascript, CSS, PHP und so weiter mit Syntaxhervorhebung. Der E-Editor bringt auch von Haus aus mehre Themes mit, infolgedessen kann auch mal auf schwarzen Hintergrund programmiert werden, was ich sehr reizvoll finde.
Für mich ein hervorstechendes Feature, die UNDO-History. Als Standard wird derweil angesehen, dass nach dem Speichern Schritte rückgängig gemacht werden können, E-TextEditor lässt das dagegen so gar nach dem Schließen und wieder Öffnen noch zu. Damit noch nicht genug, denn wenn ein Schritt zurückgegangen wird, dann um eine neue Versuchskette zu starten. E-TextEditor überschreibt dann nicht die alte Schrittkette, sondern zeigt sie in einen Variantenbaum auf Wunsch mit Taste F4 an. Sobald man wieder mit Hilfe von strg+y wieder vorwärts springt und an eine Verzweigung gerät, poppt der History-Baum auf und man kann auswählen, wohin die Reise gehen soll. Vielleicht alles Standard für Textmate-User, für mich eine vollständig neue Erfahrung.
Fazit
E-TextEditor ist noch im Betastadium und es sind folglich noch ein paar Ungereimheiten anzutreffen und alle Textmate-Eigenschaften sind noch nicht integriert, so fehlt noch das Folding von einzelnen Bereichen. Dabei handelt es sich um das Zusammenfalten von gerade nicht benötigten Code, resultierend daraus behält der Anwender einen besseren Überblick auf die momentan relevanten Teile der Datei.
Viele Aha-Effekte positiver Natur habe ich bis jetzt erlebt, innerhalb weniger Tage hat mich E-TextEditor sehr überzeugt. Leider ist (noch) keine Dokumentation vorhanden, es wird auf die Textmate-Doku verwiesen, die einem wenigsten die Prinzipien erläutern kann, Tastenkürzel und sowas fallen natürlich flach. Die allererste Anlaufstation bei Problemen ist das Forum von E-TextEditor.
Ein Projekt mit gleicher Zielsetzung, den Erfolg von Textmate auf Apple jetzt auf Windows zu wiederholen, ist Intype. Sieht fresh aus, aber das Programm durchläuft gerade mal die Alphaphase und ist zum ernsthaften Arbeiten nach meiner Meinung jedenfalls nicht geeignet. Sollte aber im Auge behalten werden.
June 20th, 2007 um 9:37 pm
e ist wirklich ein genialer Texteditor. Tag eingeben, tabben, fertig. Dann noch mit Tab zwischen den einzelnen Attribitwerten herumspringen (sehr nett bei CSS) und wieder fertig.
Das mit dem Zurück/Vorwärts hab ich auch erst jetzt erfahren, danke dafür :)
Bei Intype find ich ich blöd, dass man nur eine Datei geöffnet haben kann :(
June 29th, 2007 um 1:10 pm
Folding ist nun möglich :)
June 29th, 2007 um 1:11 pm
sehr angenehm
July 4th, 2007 um 3:25 pm
[...] E-TextEditor, das Windowspendant zu Textmate [...]