Gerade erst seit knapp drei Wochen sind wir beide miteinander bekannt. Zusätzlich zu meinem Notebook also noch ein Spielzeug. Es soll ein Schritt zu mehr Mobilität werden, ob er gelingt?
Zuerst einmal motiviert der kleine Asus-Laptop eher dazu, mal eben im Rucksack oder in der Umhängetasche verstaut zu werden. Das Teil passt samt mitgelieferter Schutzhülle in meine Freitagtasche, und die hat Handtaschenformat. Die Hemmschwelle ist also äußerst niedrig den Eee-Pc einzutüten und er findet bei mir schon mal den Weg auf einen Cafétisch oder den Schoß. Und man fühlt sich mit dem Teil noch nicht mal als Sozialschwein, dass mit iBook und Latte im Café St. Oberholz in Berlin-Mitte die Wetherrschaft an sich reißt. Denn dazu sieht der Eee-PC einen Deut zu billig aus.
Erste Impressionen nach zwei Wochen:
- Zum Surfen und Texten taugt das 800 x 480 Pixel allemal. Probleme ergeben sich mit den kleinen Bildschirm bei Konfigurationsdialogen, was zwar schon bekannt war, aber trotzdem ärgerlich und hinderlich.
- Rudimentäre Officeanwendungen sind dank vorinstallierten OpenOffice 2.0, Thunderbird, Wörterbuch und Firefox 2.0.X sofort möglich.
- Integrierte Webcam und integriertes Mikrofon lassen aus dem Stand ein Skype-Runde zu.
- Auf gewohnte Tippgeschwindigkeit zu kommen dauert vor dem Hintergrund der sehr kleinen Tasten geraume Zeit. Die Cursorrichtungstasten sind unglücklich neben der Hochstelltaste positioniert, so dass ich, anstatt einen Großbuchstaben zu produzieren, mit dem Cursor in der Zeile verrutschte. Geht aber mittlerweile. Erwähnenswert ist noch der etwas zu schwergängige Tastenanschlag. Ist aber vielleicht notwendig? Um zu vermeiden dass ständig ungewollte Buchstaben den Weg in den Text finden?
- Das mit dem Musikhören und Youtubevideos gucken funktioniert gleich vom Start weg reibungslos. Der Easy-Mode ist so vorkonfiguriert, dass es passt. Der Sound kommt nur unwesentlich schlechter, wie beim meinem Dell Inspiron. Ob das jetzt gegen Dell spricht? Wenn jedoch Kopfhörer an dem Kleinen hängen macht der Sound eine richtig satt an. Dank seiner Größe ist die zeitweise Degradierung zum MP3-Player im Zug oder bei anderen Totzeiten durchaus realistisch.
- Kleinere Fehlleistung: Zugeschnittenes vorinstalliertes Xandros brauchte erstmal ein Update um die Wlan-Karte zur Zusammenarbeit mit meinen WPA-verschlüsselten Funknetzwerk zu überreden.
- Nach dem ich den „Full Desktop Mode” installiert habe, macht das Teil so richtig Spaß. Denn wer kann schon mit einem PC leben ohne den Hintergrund nach eigenen Gusto zu verändern? Und im Full Desktop Mode bietet Xandros auch Bildschirmhintergründe mit Namen wie z.B: Niemand lacht, Wir sind die treibende Kraft oder Hühnerlieder.
- Mein Versuch einen externen Monitor mit einer höheren Auflösung als 1024 x 768 Pixel anzuschließen war dank Linux-Basic-Wissen meinerseits von Erfolg gekrönt. Einfach mit Administratorrechten die xorg.conf bearbeiten, respektive die höhere Auflösung viermal eintragen, den Rest übernimmt der Eee-Pc. Er erkennt die Auflösung des externen Monitors alleine.
Fazit:
Die Person, die mit dem Eee-PC 701 glücklich werden möchte, muss schon technikhörig sein, sonst wird das nichts. Einige der hier erwähnten Macken werden jedoch in der 900-Reihe schon behoben sein (bis auf den etwas schwachbrüstigen Akku, aber der ist ja hier nicht erwähnt). Dort ist XP schon auf der Platte, genauer auf der Flash-Karte, die Auflösung mit 1024 x 768 Pixel höher und der Speicherplatz deutlich höher als bei meinem Model. Nur die knapp 130€ mehr waren mir das Spielzeug doch nicht wert, denn Spielzeug wird es mehr oder weniger bleiben.
September 15th, 2008 um 6:03 pm
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